Klimaressilienz ist gut aber…#
Augsburg macht Werbung für Klimaressilienzmaßnahmen. Und wir wollen betonen wie wichtig die sind! Aber wir dürfen nicht vergessen warum diese überhaupt nötig sind! Diese Maßnahmen sind nötig, da wir schon lange auf Kosten unserer Zukunft gelebt haben. Seit 50 Jahren warnen uns Wissenschaftler*innen. Sie warnten uns davor, dass es so heiß wird, dass wir nicht mehr raus gehen können. Sie warnten uns davor, dass wir unsere Eltern und Großeltern an sowas banalem wie die Hitze verlieren werden. Und was taten wir? Nichts!
Wir müssen handeln#
Das müssen wir jetzt ausbaden. Es hat seit 5 Tagen Höchsttemperaturen über 30°C. Und trotzdem: Das was wir aktuell erleben ist einer der kältesten Sommer den wir noch erleben werden. Die weltweiten Treibhausgas-Emissionen steigen immer noch und auch die Stadt Augsburg hält ihr eigenes CO2-Budget nicht ein. Es wird schon nächstes Jahr aufgebraucht sein. Wir könenn uns darauf einstellen, dass die nächsten Sommer noch heißer werden. Und damit noch tödlicher als der letzte Sommer, der schon 24.400 Todesfälle in Europäischen Städten gefordert hat. Wir wissen, dass das Problem immer schlimmer wird, und trotzdem setzen wir immer noch auf autofokussierte Verkehrsplanung und fossile Energien.
Weg von fossilen#
Jetzt nur die Folgen unseres Handelns zu bekämpfen ist als würden wir nur die Symptome einer Krankheit bekämpfen, nicht aber die Ursache. Wir können die Klimakatastrophe nicht zurückdrehen, deswegen brauchen wir auch Anpassung und Hitzeschutz, aber wir können dafür sorgen, dass sie nicht noch schlimmer wird. Und das bedeutet eine schnelle und vollständige Abkehr von fossilen Energien. Keine neuen Projekte wie die Gasbohrungen in Reichling oder die Ölbohrung in Großaiting bei Schwabmünchen. Stattdessen brauchen wir erneuerbare Energien und die Unterstützung der Stadtwerke, der Kommunen und der Regierungen auf Landes und Bundesebene. Stattdessen haben wir in Berlin eine Gaslobbyistin sitzen, die dafür sorgt, dass wir weiter mit Gas heizen werden. Und damit sorgt Katharina Reiche direkt dafür, dass unsere Städte noch heißer werden. Soweit, dass es für viele Menschen zu einer Lebensgefahr wird sich hier aufzuhalten. Aber nicht nur Berlin hat hier einfluss auf uns. Die Augsburger Stadtregierung hat hier direkt einfluss. Augsburg war mal richtig vorbildlich in der Wärmeplanung und jetzt? Jetzt hat Augsburg als eine der letzten Städte in Deutschland eine Wärmeplanung beschlossen. Einfach jeden Vorsprung verspielt. Die Stadt muss jetzt wieder beispielhaft werden und zeigen wie ein Umbau der Fernwärme und die Unterstützung für uns Bürger*innen aussehen kann. Die Stadtregierung und Verwaltung muss Transparenz beweisen!
Autos raus#
Auch die aktuell immer noch praktizierte, aber eigentlich total veraltete autofokussierte Verkehrspolitik spielt eine enorme Rolle beim Thema Hitze:
- Die Emissionen im Verkehrssektor steigen weiter - und tragen zu zukünftigen Hitzewellen bei.
- Die zubetonierten Flächen für vielspurige Straßen und für Parkplätze verursachen direkt größere Hitze.
- Auch die Autos selbst tragen durch die Abwärme dazu bei, dass es bei uns in Augsburg heißer wird.
Die Abhängigkeit vom Auto zu reduzieren wäre ein wichtiger Schritt für Hitzeschutz - jetzt und in Zukunft. Aber in den Hitzeplänen der Stadt kommt das nicht vor. Selbst die Reduzierung von Parkplätzen um dort Bäume zu pflanzen findet im Hitzeaktionsplan nur eine ganz kleine kryptische Erwähnung.
Dass es am Rathausplatz Bäume braucht ist allen klar. Augsburg muss aber überall Schatten und Bäume bekommen. Aber genau diese Flächen werden gerade von Blechkisten besetzt.
Intersektional#
(Mehr als 2/3 der hitzebedingten Todesfälle in Europa im letzten Sommer waren durch die Klimakrise verursacht.) Und bei all dem Gerede über Augsburg vergessen wir, dass es uns eigentlich noch ganz gut geht. Zwar erhitzt sich Europa schneller als andere Kontinente. Andere Länder sind trotzdem extrem betroffen - sich hier in Augsburg vor Hitze zu schützen aber nichts gegen die Ursachen der Klimakrise zu tun geht auf Kosten derer, die noch stärker unter der Klimakrise leiden aber kaum zu deren Verursachung beigetragen haben. Unter der Hitze leiden marginalisierte, Wohnungslose, Menschen mit Vorerkrankungen, Kinder und alte Menschen am meisten - und werden immer mehr darunter leiden, wenn wir die Ursachen der Klimakrise nicht bekämpfen. Dabei sind es genau diese, auf die wir als Gesellschaft aufpassen müssen.
Es reicht nicht, nur uns selbst vor Hitze zu schützen - um Menschen überall und auch in Zukunft vor noch schlimmerer Hitze und anderen Extremwetterereignissen zu schützen, brauchen wir endlich ambitionierten Klimaschutz!
Antikapitalistisch#
Ein Argument das ich immer höre ist, dass wir ja nicht überall Bäume pflanzen können, da der Weihnachtsmarkt sonst nicht stattfinden kann. Und da frage ich mich: Für wen ist die Stadt denn da? Ist sie ganzjährig für uns Menschen da, oder ist sie dafür da, dass einzelne Geschäftsmänner sie ein paar Tage im Jahr nutzen können um Geld an überteuertem Alkohol zu verdienen? Ähnliches höre ich bei Parkplätzen. Dabei kaufen Autos nicht ein. Menschen tun das und deshalb brauchen wir Städte für Menschen. Städte in denen Menschen keine Angst haben müssen einen Hitzetod zu sterben. Städte die sich an das Klima anpassen. Aber eben auch Städte, die ihrer Verantwortung bewusst werden und echten Klimaschutz betreiben. Denn das rettet Leben. Jetzt und in Zukunft!