FFF: Ein Bohrturm am Rathausplatz - Aktivist*innen planen ungewöhnliche Protestaktion#

Deutschlandweit finden am 24.04. in über 60 Städten Demonstrationen für eine sozial gerechte und klimafreundliche Energiepolitik statt [1]. Auch in Augsburg wird um 16 Uhr am Rathausplatz mit einer Performance und einem 4 m hohen symbolischen Gasbohrturm die Politik von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche kritisiert, die fossile Energien fördert und den Ausbau erneuerbarer Energien ausbremst.

Die Aktivist*innen zeigen symbolisch, wie die aktuelle Politik der Bundesregierung und fossile Konzerne an teure fossile Technologien fesseln. Insbesondere Wirtschaftsministerin Katharina Reiche und der Augsburger Konzern Energie Schwaben stehen aufgrund des Ausbaus der fossilen Infrastruktur und weiteren Erdgasbohrungen in der Kritik: Als Katharina Reiche und “Energie Schwaben” verkleidete Personen zerren Aktivist*innen von Solar-Panels zu einem hölzernen Gasbohrturm und bremsen die Energiewende aus. Doch die Aktivist*innen befreien sich von den fesseln der fossilen Lobby und setzen sich weiterhin für erneuerbare Energien ein.

“Statt Lobby-Geschenke für fossile Konzerne braucht es den konsequenten Ausbau von erneuerbaren Energien, Speichern und nachhaltiger Wärmeversorgung. Nur so schaffen wir eine klimaneutrale und sozial gerechte Zukunft.” erklärt Amelie Bördgen von Fridays for Future Augsburg.

Auch der Augsburger Konzern Energie Schwaben gerät ins Visier der Aktivist*innen, denn dieser setzt weiter auf teure und klimaschädliche Technologien, indem er Gasheizungen und Wasserstoffheizungen bewirbt [2,3]. “Heizen mit Wasserstoff ist wie Duschen mit Champagner. Es ist absolut unrealistisch, dass Wasserstoff zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung stehen wird. Schwaben Netz bewirbt diese Scheinlösung nur, um möglichst lange am veralteten Geschäftsmodell von Gasnetz und Gasheizungen festhalten zu können” erklärt Felix Strobel. Studien und Expert*innen bestätigen, dass Wasserstoff für privates Heizen kaum verfügbar und sehr teuer sein wird [4,5].

Da die Stadt Augsburg über die SWA eine Beteiligung von rund 35 % am Konzern Energie Schwaben und dessen Tochterunternehmen Schwaben Netz hält, sehen die Aktivist*innen auch die neue Stadtregierung in der Verantwortung [6]:

“Energie Schwaben hat als Grundversorger die Verantwortung, einen sozial gerechten Weg mit ernst zu nehmenden Lösungen einzuschlagen. Augsburg hält 35,14 % an Energie Schwaben und deshalb hat die Stadtregierung und SPD-Oberbürgermeister Florian Freund die Verantwortung, sich in dem Konzern für zukunftsfähige Energien einzusetzen.” erklärt Jakob Denzler.

Dabei betonen die Aktivist*innen, dass der Gasausstieg und die Förderung erneuerbarer Energien nicht nur das Klima schützt, sondern zugleich auch soziale Gerechtigkeit fördert. Denn weltweite Konflikte und Probleme wie aktuell die Sperrung der Straße von Hormus führen zu hohen Gas- und Benzinpreisen, fossile Konzerne profitieren von der Abhängigkeit der Verbraucher*innen.

Quellen#

[1] https://fridaysforfuture.de/aktionstag-24-4-2026/
[2] https://www.schwaben-netz.de/erneuerbare-gase/reform-geg
[3] https://www.schwaben-netz-regional.de/erneuerbare-gase/energiezukunft-wasserstoff
[4] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2949790623000101?via%3Dihub
[5] https://www.augsburger-allgemeine.de/bauen-wohnen/bauen-wohnen-ist-wasserstoff-die-rettung-fuer-die-gasheizung-id66421566.html
[6] https://www.augsburg.de/fileadmin/user_upload/verwaltungswegweiser/beteiligungsberichte/Beteiligungsbericht_2024.pdf