Protest für eine autofreie Innenstadt bei den Augsburger Sommernächten#

Weil im Rahmen der Augsburger Sommernächte ein SUV auf dem Rathausplatz ausgestellt wird, protestieren Verkehrswendeaktivistinnen am Freitag, 26.06. um 18 Uhr mit einem satirischen “Autogottesdienst”, bei dem sie das wie auf einem Altar ausgestellte Auto anbeten. Damit kritisieren sie die autofokussierte Stadt- und Verkehrsplanung in Augsburg und setzen ein Zeichen für eine sichere und klimagerechte Stadt. An Brisanz gewinnt dieses Thema nicht nur durch die tragischen Todesfälle der vergangenen Wochen, so betonen die Aktivistinnen auch den Zusammenhang, dass Autos stark zu Hitze in der Stadt beitragen - jetzt und in Zukunft.

Mit dem “satirischen Autogottesdienst” [1], bei dem Verkehrswendeaktivist*innen die Verherrlichung des Autofahrens satirisch mit einem “Auto Unser” darstellten, protestieren sie gegen die Ausstellung eines SUVs auf dem Rathausplatz und gegen das Sponsoring der Sommernächte durch Automobilhändler [2]. Sie kritisieren, dass die Stadt den Platz und die Plattform zur Verfügung stellt, denn sie sehen das Austellen von Hybrid-fahrzeugen als Greenwashing von Scheinlösungen an, während gleichzeitig für ein Aus des Verbrenner-Aus lobbyiert wird. “Wir brauchen eine echte Mobilitätswende - SUVs verursachen gefährliche Unfälle [3] egal ob elektrisch angetrieben oder mit fossilen Treibstoffen. Außerdem tragen Autos im Übermaß zur Hitze in der Stadt bei. Sowohl durch die direkte Abwärme und die Flächenversiegelung für Parkplätze als auch durch die Emissionen, die Hitzewellen zukünftig noch häufiger und heißer werden lassen.” erklärt Felix Strobel.

Die kreative Protestform als satirischer Autogottesdienst soll Menschen zum Nachdenken bringen, und kritisiert den Stellenwert, den Autos in unserer Gesellschaft und in der Stadtplanung zugeschrieben bekommen. Denn bei der Verkehrsplanung und in der Wirtschaft steht viel zu oft immer noch das Auto im Mittelpunkt. “Durch diese Autowerbung in der Fußgängerzone unterstützt die Stadt die fossile Autolobby - dabei ist klar: für eine sozial gerechte Mobilitätswende müssen wir weg vom Auto als Statussymbol, hin zu effizienten Lösungen mit ÖPNV, Fuß- und Radverkehr.” ergänzt Benigna Gruber.

Deshalb fordern die Aktivist*innen, Autoherstellern keine Bühne zu geben, ähnlich wie beispielsweise Amsterdam Werbung für klimaschädliche Produkte verbietet [4].

Quellen#

[1] https://klimanetz-augsburg.org/posts/2025-08-25_autogottesdienst_update/
[2] https://www.augsburg-city.de/sommernaechte/partner/
[3] https://injuryprevention.bmj.com/content/early/2025/04/11/ip-2024-045613
[4] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/niederlande-amsterdam-werbung-verbot-fossile-energie-gxe